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Meine Story: Industriemechanikerin Julia


Eins war für Julia schon immer klar: Ihre Arbeit soll nicht einfach nur im Büro stattfinden, sondern sie wollte etwas machen, wo man auch anpacken und kreativ sein kann. Nach ihrer Ausbildung zur Industriemechanikerin hat sie ein duales Studium zur Wirtschaftsingenieurin begonnen. Wie das kam und welche Vorteile ihr Beruf sonst noch hat, verrät sie uns im Interview.

Julia, du bist ausgebildete Industriemechanikerin und machst jetzt zusätzlich noch ein duales Studium zur Wirtschaftsingenieurin. Wie bist du zu dieser Kombination gekommen?

Mir war schon in der Realschule klar, dass ich nicht einfach nur ins Büro will. Um herauszufinden, welche Ausbildung die richtige für mich ist, habe ich deshalb schon während der Schulzeit verschiedene Praktika gemacht, zum Beispiel als Arzthelferin, als Chemielaborantin und Verfahrensmechanikerin. Die Entscheidung hat dann aber ein „Girls Day“ gebracht, wo ich den Beruf der Industriemechanikerin kennengelernt habe.

Was hat dir daran so gut gefallen?

Dass man aus Metall so viel bauen kann. Und dass der Beruf so vielseitig und kreativ ist. Man lernt so vieles, was mit Metall zu tun hat und kann sich dann später auf seinen Lieblingsbereich spezialisieren.

Was waren deine Aufgaben in der Ausbildung?

Erstmal lernt man Grundkenntnisse im Feilen, Biegen, Bohren, Drehen, Fräsen und Schweißen. Im ersten Lehrjahr ist man hauptsächlich in der Lehrwerkstatt. Für mich war sie immer ein Anlaufpunkt, wo ich mich richtig zuhause gefühlt habe. Im zweiten Ausbildungsjahr lernt man dann das ganze Werk kennen, alle Abteilungen, die ganzen Leute dort und kann sich so besser überlegen, wo man danach hinwill.

In welchen Abteilungen hat es dir besonders gut gefallen?

Im Prüflabor. Da prüft man zum Beispiel Drehmomentschlüssel auf ihre Funktionstüchtigkeit. Oder man begutachtet Bauteile, die vorher noch nie im Unternehmen eingesetzt wurden und gibt diese frei. Im Werkzeugbau ist es auch toll gewesen, da macht man eine sehr kreative Arbeit.

Was sind die wichtigsten Dinge, die du bisher gelernt hast?

Auf jeden Fall das technische Verständnis. Und zu hinterfragen: „Wie funktioniert das eigentlich?“ Man lernt viel über die Dinge, die man im Alltag sieht und erkennt, dass das alles wirklich praxisrelevant ist. Auch den Umgang mit Menschen lernt man, als Azubi kommt man immer neu rein und man durchläuft verschiedene Abteilungen.

Nach Abschluss der Ausbildung hast du jetzt noch ein duales Studium im Wirtschaftsingenieurwesen begonnen und bist im ersten Semester. Wie kam es dazu?

Ich habe nach meinem dritten Lehrjahr in der Montage gearbeitet und da macht man Schichtarbeit. Das konnte ich mir nicht mein Leben lang vorstellen, auch wenn man durch die Schichtzulagen gut verdient. Außerdem war für mich auch schon immer klar, dass ich noch weiter gehen will.

Wie läuft das dann ab?

Ich bin nach der Ausbildung auf die BOS gegangen und habe da mein Abi gemacht. Mein Ausbildungsleiter hat mich da sehr gefördert, aber man muss sich schon auch selber bemühen. Jetzt studiere ich an der Hochschule Landshut im ersten Semester und bin immer einmal die Woche an einem vorlesungsfreien Tag in der Firma. Auch in den Semesterferien arbeitet man ganz normal im Unternehmen. Im Prüfungszeitraum wird man für ca. drei Wochen freigestellt. Urlaub habe ich auch, und zwar immer, wenn bei Jungheinrich Betriebsurlaub ist.

Erst eine Ausbildung , dann studieren: Was ist der Vorteil?

Der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen ist eine Mischung aus Technik und Wirtschaft. Die Technik macht aber den Großteil aus. Da habe ich Abiturienten ohne technische Ausbildung etwas voraus. Der größte Vorteil ist, dass mir meine Ausbildung keiner mehr nehmen kann. Denn wenn das Studium schief geht, hat man noch was in der Hand.

Würdest du dich wieder für deinen Weg entscheiden?

Mit dem Studium zusammen auf jeden Fall.

 

­Im zweiten Teil des Interviews erzählt uns Julia, warum der Beruf des Industriemechanikers nicht nur was für Männer ist und auf was es als Frau dabei ankommt.

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