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Max’ Story: Azubi für Industriemechanik

Traumberuf für Schrauberinnen und Schrauber und Werklerinnen und Werkler! Von Produktionsanlagen für Tiefkühlpizza über Spülmaschinen bis zum Hightech-Traktor: Als Azubi für Industriemechanik kannst du dich voll in die Welt der großen Maschinen und kleinen, cleveren Bauteile stürzen. Max erzählt dir mehr!

Max‘ Foto-Story & Interview    

Der 18-jährige Max ist im dritten Lehrjahr seiner Ausbildung zum Industriemechaniker. Die macht er bei Same Deutz-Fahr, einem internationalen Kraftfahrzeug-Hersteller. Am deutschen Standort im schwäbischen Lauingen werden Fahrzeuge und Maschinen speziell für die Landwirtschaft gefertigt, z. B. Traktoren und Mähdrescher.

Wusstest du, dass ein Traktor aus rund 100.000 Einzelteilen besteht? In der Fotogalerie gibt Max dir ein paar Einblicke in seinen spannenden Arbeitsalltag! Und erzählt dir dann, wie er seine Traumausbildung gefunden hat – und wie es danach weitergehen soll.

  • Durch das Fach eines Metallregals fotografiert: ein junger Mann mit einem Drehmomentschlüssel.
    Der Drehmomentschlüssel ist nur eines von vielen Werkzeugen, mit denen Max in seiner Ausbildung zu tun hat. „Industriemechaniker ist kein Bürojob am Computer, sondern echtes Handwerk“, sagt der 18-Jährige. „Mal mit großen Werkteilen und Maschinen, mal mit kleinen. Manchmal brauchst du Kraft, manchmal Fingerspitzengefühl.“
  • Ein junger Mann mit Schutzbrille steht vor einer Drehmaschine.
    Das erste Ausbildungsjahr hat Max in der Lehrwerkstatt von Same Deutz-Fahr verbracht. Hier lernen die Industriemechanik-Azubis erstmal handwerkliche und technische Grundlagen, u. a. an der Drehmaschine. Typische Bauteile, die durch Drehen hergestellt werden, sind z. B. Achsen, Schrauben und Bolzen.
  • Ein Mann zeigt einem jüngeren Mann etwas an einer Schalttafel mit einem großen Bildschirm.
    Hier erklärt Andreas Sporer (Leiter der Lehrwerkstatt) Max die CNC-Fräsmaschine. CNC steht für „Computerized Numerical Control“. Auf Deutsch: „rechnergestützte numerische Steuerung“. Die CNC-Maschine kommt für kompliziertere Fräsarbeiten zum Einsatz, die mit Computerunterstützung präziser ablaufen als handgesteuert.
  • Nahaufnahme: Eine Hand zeigt auf eine technische Zeichnung. Zwei andere Hände halten einen Messschieber an ein Bauteil.
    Qualitätskontrolle gehört ebenfalls zum Azubi-Arbeitsalltag. „Fast jedes Maschinenteil muss eine Norm erfüllen, z. B. bezüglich Größe oder Festigkeit“, erklärt Max. „In den technischen Zeichnungen, die wir als Arbeitsvorlagen bekommen, sind deutsche, europäische oder internationale Normen angegeben. Wir prüfen jedes Bauteil – hier z. B. die Länge eines Vierkantstücks.“
  • Ein Mann mit Schutzhandschuhen und Schutzmaske schweißt etwas auf einem Tisch. Es sprühen Funken.
    Die Grundlagen des Schweißens: Auch das hat Max in der Lehrwerkstatt gelernt. „An Bodenbleche zum Beispiel dürfen auch wir Azubis ran. Sicherheitsrelevante Bauteile bearbeiten aber nur Fachleute mit spezieller Schweißausbildung.“
  • Drei junge Männer stehen um einen großen Motor mit zahlreichen Kabeln, Verschaltungen und anderen Bauteilen.
    Nach der Zeit in der Lehrwerkstatt lernen die Azubis in den Werkshallen weiter. „Zur Produktion eines Traktors gehört die Arbeit an der Fahrerkabine und am Kraftsatz“, erklärt Max. „Der Kraftsatz ist der untere Teil aus Motor, Getriebe und Vorderachsen (s. Bild). Später wird er mit der ebenfalls komplett vorgefertigten Kabine zusammengesetzt.“
  • Ein junger Mann steht vor einem Schaltpult mit Bildschirm. Im Hintergrund stehen große Maschinenteile mit zahlreichen Anschlüssen.
    Ist der Kraftsatz fertig montiert, kommt die Hydraulikprüfung. Die läuft vollautomatisch über ein Computerprogramm, das Max hier bedient. „Jetzt werden Diesel, Hydrauliköl und Kühlflüssigkeit eingefüllt, um zu testen, ob alle hydraulischen Anschlüsse dicht sind und Motor und Getriebe fehlerfrei laufen.“
  • Ein junger Mann sitzt in einer Traktorkabine und schraubt etwas an der Seitenwand. Daneben hält ein Mann eine Glastür.
    In einer gesonderten Werkshalle werden die Fahrerkabinen vormontiert. Hier baut Max gemeinsam mit einem Kollegen die Glastüren ein.
  • Ein junger Mann sitzt in einer Traktorkabine. Ein weiterer Mann greift von der Seite auf das Armaturenbrett.
    Letzter Produktionsschritt der Kabinenmontage: die technische Abnahme. Beleuchtung, Klimaanlage, Hupe, Scheibenwischer, Blinker: Alles wird noch mal penibel durchgecheckt, bevor die Kabine fertig vom Band läuft. Erst ganz am Schluss wird sie mit dem Kraftsatz zusammengefügt. Der Name dafür: „Hochzeit“! Und dann…
  • Ein junger Mann sitzt in einer Traktorkabine am Lenkrad und lacht in die Kamera.
    Traktor fertig, Azubi glücklich! Max gefällt die Welt der Technik und Maschinen so gut, dass er gerade parallel zur Ausbildung sein Fachabitur nachmacht. Das geht an der Berufsschule plus (BS+). „Ich will mir die Option offenhalten, eines Tages noch zusätzlich zu studieren“, sagt Max. „Vielleicht Maschinenbau“.

Ausbildung Industriemechaniker/in: Max, erzähl doch mal! 

Es gibt so viele Ausbildungsberufe… Wie hast du gefunden, was wirklich zu dir passt?  

Ich war auf der Berufs-Infomesse „Fit For Job“ und hab mich da über verschiedene handwerkliche Berufe informiert und mit Leuten von verschiedenen Firmen gesprochen. Mir war klar, dass ich was Technisches machen will – und eine Ausbildung als Grundlage für meinen beruflichen Weg. Studieren kann man danach ja immer noch, aber ich find´s gut, erstmal direkt in der Praxis zu lernen. Bevor ich mich nach konkreten Ausbildungsplätzen umgeschaut habe, habe ich mit verschiedenen Praktika in die Industriemechanik reingeschnuppert. Das kann ich nur jedem empfehlen: um herauszufinden, in welchem der vielen möglichen Bereiche du die Ausbildung machen willst. Es macht auch Sinn, sich dann bei mehreren Unternehmen als Azubi zu bewerben und erstmal zu schauen, welche Wahlmöglichkeiten sich ergeben. Das habe ich getan und konnte mir dann nach einigen Zusagen meinen Wunsch-Ausbildungsbetrieb aussuchen.

Dein Traum war ein Unternehmen, das Traktoren herstellt. Wo können Industriemechanikerinnen und Industriemechaniker sonst noch arbeiten?

Egal, ob’s um die Verarbeitung von Milch und Käse geht, neue Automodelle oder Spülmaschinen: In ganz vielen verschiedenen Industriezweigen übernehmen Maschinen Produktionsschritte – und die müssen entwickelt, gebaut, kontrolliert und gewartet werden. In all diesen Branchen und Bereichen werden Industriemechaniker gebraucht. Sie stellen die Bauteile der Produktionsanlagen und Maschinen her, setzen sie zusammen und prüfen, ob alles reibungslos läuft. Als Azubi kannst du dich gezielt bei einem Unternehmen bewerben, das mit kleineren Bauteilen, Maschinen und Endprodukten zu tun hat – oder mit großen. Mich faszinieren einfach diese bis zu vier Meter hohen Traktoren. Allein die Reifen sind größer als ich!

Ein paar Stichworte, die die Inhalte deiner Ausbildung beschreiben?    

Lehrwerkstatt, Schweißerei, Lackiererei, Ersatzteillager, Produktion, Konstruktion, Qualitätssicherung, Versuch und Entwicklung, Instandhaltung, Wartung – und Teamwork! 

Was sollte man für diese Ausbildung mitbringen?

Klar, Begeisterung für Technik, Maschinen und ihr Innenleben. Gute Schulnoten in Mathe und Physik. Spaß am Probleme erkennen und Lösungswege finden. Mit den Händen arbeiten können und wollen, mal mit Kraft, mal mit Fingerspitzengefühl. Gerne viel in Bewegung sein, statt den ganzen Tag im Büro zu sitzen. Und: nicht empfindlich sein, wenn´s mal laut oder etwas schmutzig wird.

Wie soll´s nach deinem Abschluss weitergehen?

Ich hab die Ausbildung mit Realschulabschluss angefangen. Aber ich mache gerade parallel mein Fachabi nach. Das geht über drei Jahre ausbildungsbegleitend an der „Berufsschule plus“. Ich muss mich also abends oft noch zum Lernen hinsetzen, da braucht man schon Durchhaltevermögen und ein Ziel vor Augen. Aber ich will mir einfach die Möglichkeit offenhalten, eines Tages noch zu studieren. Vielleicht Maschinenbau. 

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